Körperwahrheit ist meine Art der Körperarbeit im Feld der Tantramassage.
Ein Raum, in dem Präsenz, Verantwortung und Wahrheit spürbar werden.
Tantramassage wird oft dort eingeordnet, wo sie nicht hingehört:
bei Angeboten, die man bucht, konsumiert und bewertet.
Das ist der erste Irrtum.
Ein Konsumangebot zielt auf Bedürfnisbefriedigung.
Körperwahrheit konfrontiert.
Wer zur Tantramassage kommt, um etwas zu bekommen, hat das Feld bereits verfehlt.
Nicht aus moralischen Gründen, sondern aus strukturellen.
Denn Tantramassage arbeitet nicht mit Wünschen, sondern mit Präsenz.
Nicht mit Erwartungen, sondern mit Verantwortung.
Nähe ist kein Produkt
In einem konsumorientierten Setting bleibt der Mensch außen vor. Er gibt etwas ab – Geld, Verantwortung, Erwartung – und erhält etwas zurück.
Körperwahrheit folgt einer anderen inneren Logik.
Je mehr jemand abgibt, desto weniger ist er anwesend.
Und ohne Anwesenheit gibt es keine Begegnung.
Nähe entsteht nicht durch Technik, Ablauf oder Berührung an sich.
Sie entsteht dort, wo jemand bereit ist, sich selbst nicht mehr zu umgehen.
Das ist kein Versprechen.
Das ist eine Zumutung.
Warum Konsumhaltung Begegnung zerstört
Viele Menschen kommen mit einer stillen Forderung:
- „Mach etwas mit mir.“
- „Bring mich in einen Zustand.“
- „Gib mir etwas, das mir fehlt.“
Diese Haltung ist verständlich – aber sie ist nicht kompatibel mit Körperwahrheit.
Denn sie verlagert Verantwortung.
Und genau dort verliert Tantra seine Kraft.
Körperwahrheit ist kein Ort, an dem jemand genommen wird.
Sie ist ein Raum, in dem jemand bleibt.
Der Unterschied zwischen Berührung und Begegnung
Berührung kann man lernen.
Begegnung nicht.
Begegnung geschieht nur dort, wo jemand bereit ist:
- nicht zu spielen,
- nicht zu gefallen,
- nicht zu testen.
Tantramassage ist kein Spielraum für Fantasie.
Sie ist ein Erfahrungsraum für Wahrheit.
Und Wahrheit ist unbequem.
Sie lässt sich nicht delegieren.
Für wen Körperwahrheit nicht gedacht ist
Körperwahrheit ist nicht für Menschen,
- die sich fallen lassen wollen, ohne sich zu zeigen.
- die Nähe suchen, aber Verantwortung meiden.
- die Sicherheit erwarten, ohne innere Entscheidung.
Sie ist auch nicht dafür da, etwas zu kompensieren oder zu ersetzen.
Körperwahrheit ist ein Raum für Menschen,
die bereit sind, sich selbst zu begegnen – ohne Garantie, ohne Ablenkung.
Eine klare Einladung – und eine klare Grenze
Dieser Raum ist kein Angebot für alle.
Er ist ein Angebot für Menschen,
die aufgehört haben, Nähe zu verhandeln.