Viele Menschen warten, bevor sie eine Entscheidung treffen.
Sie warten auf Sicherheit. Auf Klarheit. Auf ein Gefühl, das sagt: Jetzt ist es richtig.
Dieses Gefühl kommt oft nicht.
Und solange es ausbleibt, bleibt auch die Entscheidung aus.
Was wie Achtsamkeit wirkt, ist in Wahrheit häufig Stillstand.
Die verbreitete Fehlannahme
Die Annahme lautet:
Wenn ich mich richtig fühle, kann ich entscheiden.
Das Problem ist nicht das Gefühl.
Das Problem ist, dass Entscheidung an etwas geknüpft wird, das per Definition wechselhaft ist.
Gefühle reagieren:
- auf Tagesform
- auf Beziehung
- auf Angst
- auf Hoffnung
Wer wartet, bis sich etwas gut anfühlt, überlässt die Führung inneren Zuständen, die nicht dafür gemacht sind, Richtung zu geben.
So entsteht das bekannte Muster:
- noch nicht bereit
- noch nicht sicher
- noch nicht klar
Nicht, weil es keine Entscheidung gibt –
sondern weil sie nicht getragen werden will.
Entscheidung ist kein emotionaler Zustand
Entscheidung ist kein Hochgefühl.
Sie ist auch kein inneres Ja, das sich warm und eindeutig anfühlt.
Entscheidung ist ein Akt.
Sie entsteht dort, wo jemand sagt:
Ich übernehme Verantwortung – auch ohne Garantie.
Der Körper spielt dabei eine zentrale Rolle, aber anders, als oft angenommen wird.
Nicht als Gefühlsträger, sondern als Resonanzraum.
Der Körper reagiert nicht mit Euphorie oder Sicherheit,
sondern mit:
- Weite oder Enge
- Ruhe oder Zug
- Klarheit oder Widerstand
Diese Signale sind nüchtern.
Sie erklären nichts.
Sie fordern eine Haltung.
Was sich verändert, wenn Entscheidung nicht mehr gefühlt werden muss
Wenn Menschen aufhören, auf ein Gefühl zu warten, passiert etwas Entscheidendes:
- Energie kommt zurück
- Bewegung wird möglich
- Verantwortung wird spürbar
Entscheidung wird dann nicht mehr gesucht,
sondern gesetzt.
Das bedeutet nicht, dass Gefühle verschwinden.
Aber sie führen nicht mehr.
Abschluss
Entscheidung braucht keine Sicherheit.
Sie braucht Bereitschaft, die Konsequenzen zu tragen.
Alles andere ist Aufschub.